Überraschung
Es ist bereits acht Uhr abends. Ich finde den Schlüssel nicht. Noch einmal drehe ich mich um und schwanke durch den Park. In meinem Kopf geht so viel ab, was ich losgetreten haben könnte. Meinen besten Freund auf mein Mädchen anzusetzen – Scheiße, das kann ich doch nicht machen!
Werde ich Coco damit vor den Kopf stoßen, oder hat sie bereits schlaflose Nächte deswegen? Wird es so heiß werden, wie mit Kathy? Was ist mit Milan? Werde ich es akzeptieren können? Wenn er sie anfasst? Anschaut? Wenn sie verliebte Blicke wechseln? Oder voller Geilheit sich vor meinen Augen herumwälzen?
Ich versuche herauszufinden, wie die Revanche für dieses erotische Fotoshooting für mich sein wird, bis ich kapiere, dass es hier in erster Linie um Coco geht und vielleicht meine größte Überraschung für sie sein wird. Nur mit dieser Einstellung kann ich das hinbekommen, so wie Coco das für mich getan hat.
Extreme Liebe und Dankbarkeit überfällt mich. Zu Kathy fühle ich mich auch hingezogen und jetzt noch mehr als früher. Warum sollte ich Kathy nicht nett und verdammt sexy finden? Ändert ja nichts an meiner Liebe zu Coco! Wenn ich ihr dasselbe zugestehen kann, ist das wahrscheinlich der beste Liebesbeweis!
Ich versuche, mir auszutüfteln, wie der Abend mit Milan ablaufen soll. Ein erotisches Fotoshooting mit Coco und ihm kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Coco hat es mit Kathy für mich getan. Sie hat den Mut gehabt, mich mit ihrer besten Freundin zu verführen und mir damit den größten Sextraum erfüllt.
Es hätte nicht Kathy sein müssen. Aber mit wem sonst, als ihrer besten Freundin, mit der sie sich immer alles teilt, ihr alles anvertraut und es nun selbst mit mir getan hat? Keine Eifersucht, keine Vorhaltungen, sie hat alles getan, um mich einfach zu überraschen und mir meine verborgendsten Wünsche zu erfüllen, von denen sie manche erst hervorgezaubert hat. Sollte ich mich dafür nicht revanchieren?
Ich weiß, sie schwärmt heimlich von Milan und er von ihr. Sie findet ihn süß und sexy, beides Gründe für mich, eifersüchtig zu werden. Aber schwärme ich nicht auch für Kathy?
Nicht mehr ganz so angetrunken komme ich wieder an der Haustür an. Soll ich diesmal klingeln? Ich versuche mir vorzustellen, wie ich gerade aussehe: glasige Augen, zerzaustes Haar und eine Zunge, die nicht mehr gehorchen will. Ich mache ein paar Sprechübungen, denn ich will mich nicht allzu sehr bloßstellen.
In einer Scheibe betrachte ich mich und beschließe, dass ich schon fast akzeptabel aussehe. Den Rest kann ich schon erklären. Das Reden scheint mir inzwischen auch leichter zu fallen – die Übung hat geholfen. Langsam sollte ich klingeln, oder diesen verfluchten Schlüssel finden. Nach einem erneuten erfolglosen Versuch entscheide ich mich, Coco zu bitten, die Tür zu öffnen.
„Schön, dass Du da bist!“ Coco fällt mir um den Hals, als hätte ich bereits jetzt mein Geschenk mitgebracht. Sie kam gerade aus der Wanne und hat ein Handtuch um ihren heißen Körper geschlungen. Cocos nasses langes Haar fällt ihr über die Schulter. Was würde jetzt Milan sagen?, schießt es mir bei ihrem Anblick durch den Kopf. Ich versuche, mich an die Vorstellung zu gewöhnen, diesmal ihren Geburtstag zu dritt zu verbringen.
„War es schön mit Milan?“, platzt Coco heraus. Irgendwie glitzern ihre Augen bei dieser Frage, wie ich zumindest finde.
„Ich habe ihn nicht mitgebracht, falls du das wissen möchtest!“ Dabei schaue ich mich um, als müsste ich mich davon überzeugen.
„Schade!“, meint Coco, als hätte sie etwas anderes erwartet.
„Dein Geburtstag ist erst morgen!“, vertröste ich sie.
„Ja, ich weiß!“ Coco lächelt genügsam.
„Ich hoffe, du bist morgen wieder fit!“, bemerkt sie, als ihr mein Schwanken auffällt. „Nur falls du Dich für dieses erotisches Fotoshooting revanchieren möchtest“, mein sie nicht ganz ernst gemeint.
„Keine Angst! Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn Milan an deinem Geburtstag vorbeikommt?“, versuche ich ihr etwas Hoffnung zu machen.
„Eigentlich wollte ich den Tag mit Dir verbringen, mit ganz viel Öl!“, antwortet sie schlagfertig.
„Öl auf deiner Haut?“
„Ja, das wäre toll!“
Ein Déjà-vu – Gefühl macht sich in mir breit. Waren wir nicht vor kurzen genau in dieser Situation? „Was wird wohl Milan davon halten?“
Coco schaut mich an, als hätte sie der Schlag getroffen. Dann lächelt sie, versucht es zumindest: „Nicht wirklich, oder?“
„Milan hat es sich nicht nehmen lassen, deinen Geburtstag mit uns gebührend zu feiern!“
Jetzt sagt sie kein Wort mehr.
Die Dusche hat mich einigermaßen ausgenüchtert und mir wird immer klarer, was ich eingefädelt habe.
Coco hat jetzt auch ihre Ahnung und so mache ich lieber ganz vorsichtig die Tür zu unserem Wohnzimmer auf und luge durch den Türspalt. Und da sitzt sie auf der Couch mit angewinkelten Beinen und erwartet mich bereits – zu einer Aussprache, wie mir scheint.
„Milan kommt also morgen vorbei?“, bricht schließlich die Anspannung aus ihr heraus, nachdem ich mich ins Zimmer getraut habe.
„Er bestand darauf!“ Ich hoffe inständig, Coco merkt mir nicht an, was ich wirklich damit meine.
Natürlich erinnert sich Coco sofort an ihre eigenen Worte. „Milan ist scharf, aber du bist mir nichts schuldig!“, reagiert sie entsprechend.
Ich laufe im Zimmer auf und ab und suche nach den richtigen Worten. Dann bleibe ich am Fenster stehen, lasse meinen Blick in die Ferne schweifen und hoffe, dass sie dort auftauchen. „Betrachte es als mein Geschenk!“, ist alles was mir einfällt.
„Du willst dich wohl bei mir revanchieren?“ Coco atmet tief durch. Ihre Stimme zittert. „Wer wird diesmal das Motiv sein und wo soll das dann enden?“
Die Antwort darauf fällt mir sofort ein und diese verpasst mir einen gehörigen Stich. Ich drehe mich um und weiß, dass sie scharf ist. Sie will es, da bin ich mir sicher. Um ihre zusammengepressten Schenkel schlingt sie die Arme, wohl, weil sie Milan genau dort haben möchte. Coco verrät sich mit jeder Geste und auch mit der lodernden Lust in ihren funkelnden Augen.
Langsam trete ich an sie heran, hocke mich auf die Kante der Couch und löse ihre Arme von den Schenkeln. Ihre Knie drücke ich sanft auseinander, während ich ihr zuraune: „Was dich scharfmacht, lässt auch mich nicht kalt. Das ist nun mal so und wird immer so bleiben!“
Cocos Atem wird schneller. Sie kaut sinnlich auf ihrer Unterlippe, was ich nur zu gut kenne. Wenn sie das tut, kann es gefährlich werden. Dann will es raus aus ihr. Es ist der letzte Moment, bevor sie sich überwindet. „Weißt du, dein Kumpel ist super, aber ich liebe nur dich. Das solltest du wissen“, erklärt sich Coco. „Egal was du geplant hast!“, entgegnet sie ergeben – mit dem vor Augen, was wir mit ihr tun werden.
„Und wenn ich es dir erlauben werde?“ Langsam lasse ich meine Hände zu ihrem Schoß gleiten und stelle mir vor, wie ihre Lust dort brodelt.
Coco schließt ihre Augen und haucht mir ihren sehnlichsten Wunsch zu: „Dann will ich herausfinden, was ihr mit mir vorhabt!“
Ein erotische Fotoshooting:
